Die Weinregion Champagne bietet eine beeindruckende Vielfalt, die für jedermann und auch für jeden Moment den passenden Champagner bietet. Aber welche einzelnen Komponenten machen einen Champagner eigentlich aus?

Die Rebsorte

Abhängig von der Herkunft der Trauben und Terroir können unterschiedliche Aromen im Bouquet und am Gaumen wahrgenommen werden.

  • Mineralische, kreidehaltige und rauchige Noten findet man oft in den Blanc de Blancs Champagnern, die ausschließlich aus weißen Trauben bestehen.
  • Im Gegensatz dazu, sind Blanc de Noirs — Champagner aus dunklen, roten Trauben — eher fruchtbetont und charakterstark
  • Aber auch in den Champagnern, die aus einem Blending heller sowie dunkler Trauben bestehen, findet man oft eine große Vielfalt von getrockneten Früchten, Nuss- und Würznoten, aber auch Patisserie- oder Honigeindrücke.

Das Terroir

Die Herkunft der Rebsorten, das Terroir selbst, ist u.a. ausschlaggebend für die Stilistik des Champagners. Die feinen, kreidehaltigen Chardonnay Champagner von manchen Orten der Côte des Blancs (Confidences 2009) zeigen einen ganz anderen Charakter als die puristischen sowie leicht fruchtigen Chardonnays der Côte de Sézanne (Fleur de Craie). Ein Pinot Noir Champagner von Ambonnay dem östlichen Teil des Vallée de la Marne wirkt kraftvoll und opulent, wobei ein der Pinot Noir von der Côte des Bars eher geradliniger und angenehm fruchtig im Ausdruck ist, wie den Remi Leroy 2009.

Die Arbeit der Winzer

Neben Rebsorte und Terroir ist natürlich auch die Arbeit der Winzer in den Weinbergen sowie im -keller entscheidend. Die Bewirtschaftung der Weinberge und Reifegrad der Trauben bei der Ernte ist u.a. ausschlaggebend für die Aromentiefe, die die Trauben mit sich bringen. Im Weinkeller verfolgen die Winzer ganz unterschiedliche Philosophien, wobei die Gärung in Edelstahltanks oft für frische und lebendige Champagner genutzt wird, wie es z.B. der talentierte Winzer Tristan H umsetzt. Oder es wird die Kunst des Holzausbaus für rundere und individuelle Noten beherrscht, um vielleicht leichte Vanille-Aromen herauszuarbeiten. Ein Meister des Barriques sind die Winzer-Brüder Minière. Während der Flaschengärung spielt die Zeit, die die Winzer ihren Champagnern zum Heranreifen geben eine beträchtliche Rolle. Champagner, die nur für kurze Zeit auf der Hefe ausgebaut werden, bringen eine gewisse Frische und oft Leichtigkeit mit sich. Tiefe und komplexe Champagner wurden oft besonders lange auf der Hefe herangereift.

Die Dosage

Am Ende der Reifezeit wird den Champagnern eine Dosage, ein Zucker-Likör, beim Degorgement (Degorgieren) hinzugefügt. Anhand dieses Zuckergehaltes wird festgehalten, ob es sich um einen Demi Sec (>12 g/l), Brut (7-12 g/l), Extra Brut (0-6 g/l) oder auch Brut Nature (0 g/l) Champagner handelt. In alten Zeiten wurden die Champagner eher süßlich genossen und verfügten über eine sehr hohe Dosage. Heute geht der Trend eher zu niedrigeren Dosierungen.

Große Champagner-Häuser dosieren Ihre Champagner oftmals Brut (6-12 g/l). Die Priorität liegt hier weniger auf dem puristischen Terroir-Ausdruck, sondern eher auf einem langjährigen Wiedererkennungswert der eigenen Markenlinie. Viele der talentierten Winzer wählen eine besonders niedrige Dosage, Brut, oft Extra Brut und in manchen Fällen auch Brut Nature, um die puristischen Eigenschaften der Champagner sowie die Terroir-Noten besser zum Ausdruck bringen zu können. Bei den Brut Nature Champagnern, auch Zero Dosage oder Non-Dosé genannt, zeigt sich recht schnell ob die Winzer ihr Handwerk verstehen. Wahre Meister sind zum Beispiel Clément Perseval und Timothée Stroebel, die mit ihren Zero Dosage Champagnern bereits die besten Köche Europas beeindrucken.

Grand vin de CHAMPAGNE

Die Identifizierung dieser Komponente helfen den passenden Champagner für den eigenen Geschmack, aber auch als Champagner fürs Food Pairing zu finden. Ob zu Sushi oder auch würzigen, orientalischen Speisen, ein Extra Brut Champagner wie die Chardonnays von Barrat-Masson oder Brut Nature von Thomas Perseval ist sicherlich eine gute Wahl. Für diejenigen, die auf der Suche nach weinigen Champagnern als Begleiter zu großen gastronomischen Essen sind, bieten sich die komplexen Champagner von Benoit Déhu (z.B. Rue des Noyers) besonders gut an. Die Champagne bietet eine grenzenlose Vielfalt für Champagner & Food Pairing. Und natürlich eine mindestens ebenso große Vielfalt für die einfachen sowie besonderen Momente des Lebens: Aperitif-Champagner für den schönen Sommerabend wie z.B. der leicht fruchtige Champagner Rémi Leroy Brut oder auch die frische Cuvée Echappée Belle von Etienne Calsac. Für den winterlichen Nachmittag vor dem Kamin eignen sich eher tiefe und komplexe Champagner. Ein wahrhaftiger Meditionschampagner ist beispielsweise der Champagner Cru d’Origine Vandières von Flavien Nowack.

Und das macht die Champagner eben auch so besonders, dass sie für jeden Moment den passenden Champagner bietet.

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